Geschwindigkeitsabhängiges Geräusch aus dem Bereich Hinterachse

  • Für alle, die es interessiert, hier mal ein Zwischen-Update:


    Die Lager kamen früher als angekündigt, was schon mal prima war. Dafür hatte eines der Lager beim Drehen einen spürbaren "Klacks"; immer an der selben Stelle. Also das beanstandungswürdige Exemplar zurückgeschickt, Geld wird erstattet, das neu bestellte Exemplar ist jetzt 10 Euro teurer!

    Beim Ausbau des rechten alten Radlagers stelle ich fest, dass meine damals für den Fünfer E34 beschafften Aussentorx-Nüsse nur bis E16 gehen; das Lager aber mit E18-Schrauben befestigt ist. Also alles wieder zusammengebaut. Nicht zur Strafe, nur zur Übung ...


    Einen Tag später ist auch der Aussentorx-Satz da und es kann erneut losgehen.

    Mit den am vorigen Tag erzielten Erfahrungswerten geht es diesmal sogar etwas schneller. Die verrosteten Schrauben-Enden habe ich ja zuvor schon mit Rostlöser eingesprüht.


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_5.jpg


    Die vier Schrauben (E18) von der Innenseite aus lösen. Im Vorfeld darauf achten, dass die Karre weit genug aufgebockt ist, damit der lange Schlüssel für den Hebelarm genutzt werden kann. Hebebühne ist natürlich optimal. Bei meinen festgerosteten Schraubenenden habe ich geschätzt 200Nm als Losbrechmoment gebraucht.


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_8.jpg


    Gemäß Anleitung kann man nach Lösen der Schrauben das Lager einfach abnehmen. Haha! Spässle gmacht?

    Schrauben wieder einsetzen, zur Hälfte eindrehen und mit Hammer und Meissel per Schlag auf die Schraubenköpfe das Ding rausklopfen.


    Vor Einsetzen des neuen Lagers alles sauber und fettfrei machen:


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_11.jpg


    Vergleicht man das alte und neue Lager in der Drehbewegung, so läuft das alte Lager wesentlich leichter.


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_new_3.jpg


    Schrauben mit dem Fügemoment von 100Nm anziehen und anschließend 90° weiterdrehen.


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_new_6.jpg



    Ich glaube zwar nicht, dass ich das Ding nochmals selber wechseln werde, habe aber trotzdem die zuvor verrosteten Schraubenenden mit Kupferpasten-Spray behandelt.


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_new_8.jpg



    Alles wieder zusammengebaut, und ab zur Probefahrt.

    Meine Frau war wieder so nett, sich auf die Rückbank zu setzen und das Geräusch zu beurteilen und für meine eigene Beurteilung aufzunehmen. Wir kommen beide zum selben Ergebnis:

    60% weniger Geräusch!

    Also muss das zweite Lager, wenn es denn mal ankommt und fehlerfrei ist, auch gewechselt werden.

    Jedenfalls handelt es sich um eine bestätigte Besserung.

    Was nun der genaue Defekt sein soll, kann ich nur vermuten. Aufgrund des wesentlich zäheren Laufs des neuen Lagers sind entweder die Kugeln bzw Laufflächen abgenutzt oder das Fett erfüllt nicht mehr seinen Zweck.


    Weitere Infos werden folgen ...


    Gruß


    Mike

    "The Gods made Heavy Metal and they saw that it was good ...

    They said to play it louder than Hell, we promised that we would!" (Eric Adams)

    Einmal editiert, zuletzt von run-mike () aus folgendem Grund: Typo

  • Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht versuchen würde, der Sache auf den Grund zu gehen. Natürlich habe ich das alte Radlager einer gründlichen Untersuchung unterzogen.

    Es zeigt keine Auffälligkeiten, die ich sonst von defekten Kugel-, Rollen- oder Wälz-Lagern kenne.

    Der einzige spürbare Unterschied zum neuen Lager ist, wie schon angemerkt, der spürbar leichtere Lauf.

    Auch das (gewaltsame) Öffnen brachte keine wesentlichen Erkenntnisse:


    218d_rear_wheel_hub_bearing_right_old_4.jpg


    Kugeln sind alle vorhanden, Käfig nicht gebrochen. Kein Spiel in jeglicher Richtung. Etwas mehr Fett hätte ich erwartet.

    Bis zur radseitigen Lagerung bin ich noch nicht vorgedrungen.


    Könnte also sein, dass aufgrund des geringen Fett-Volumens das Lager bei höherer Umdrehungszahl anfängt zu singen.


    Eigentlich würde es mich ja in den Fingern jucken, dem Lager eine ordentliche Portion vom heissgeliebten Molykote Hochdruck / Hochtemperatur-Fett zu verpassen und auf der linken Seite zum Test einzubauen. Aber bei bei den Temperaturen momentan neige auch ich dazu, unnötige Aktivitäten zu vermeiden ...


    Sollte jemand Interesse bekunden, könnte ich die Aufnahme des Geräusches vorher / nachher ebenfalls hier oder in einer PN posten.


    Btw: Der Wechsel hat bei mir (Boomer-Modus) knapp 1,5 Stunden gedauert. Für Super-Burschis ist das also locker in unter einer Stunde zu schaffen.


    Gruß


    Mike

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  • Uiii, der war gut 8)

    Ja, wenn du auch zur Kategorie "Dino aus dem vergangenen Jahrtausend" gehörst, weisst du, wovon ich spreche. Wenn der alte weisse Mann unters Auto krabbeln muss, dauerts mal wieder länger.

    Es soll schließlich niemand den Eindruck bekommen, es handele sich um eine zeitaufwendige Arbeit ... 8o


    Gruß


    Mike

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  • Muss da nicht mehr mit Hochdruckpresse gearbeitet werden? Ist da nix mehr mit Lager auspressen Achsschenkel raus und so weiter?

    Nein. Ist ein gekapseltes Bauteil, das komplett gewechselt wird. Das nennt sich korrekterweise mittlerweile "Radlager mit Nabe". Kein Drama mehr mit Auszieh- und Einpress-Werkzeug, wie wir es von den früheren Modellen her kennen.

    Das war mit ein Grund, weshalb ich den Wechsel hier gepostet habe, damit man sieht, dass das mit dieser Generation von Lagern im Vergleich zu früher quasi ein Kinderspiel darstellt.


    Der Nachteil ist natürlich der wesentlich höhere Preis des Bauteils. Als Original-Teil kostet das pro Lager knapp 300 Euro.

    Ich verbaue eigentlich immer SKF-Lager; die kosten im vorliegenden Fall ca 100 Kröten.


    Gruß


    Mike

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    Einmal editiert, zuletzt von run-mike () aus folgendem Grund: Ergänzung