Ladehistorie protokollieren

  • Da der Wagen bei uns in der Garage an der "normalen" Steckdose lädt habe ich keine einfache Möglichkeit, den tatsächlichen Stromverbrauch zu ermitteln. Ich hatte mich daher bis jetzt auf den Ladehistorie in der "My BMW" App verlassen. Die zeigt zwar auch nur grobe Schätzungen ("~7kwh") an, aber damit hat man ja zumindest schon mal einen Richtwert. Jetzt ist mir allerdings aufgefallen, dass diese Auflistung nicht vollständig ist, wenn das Fahrzeug (so wie gestern aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen) keine Mobilfunkverbindung hat. D.h. es wurde geladen, aber es gibt dazu keinen Eintrag in der App. Das macht es natürlich schwer irgendwann mal einen halbwegs genauen Gesamtstromverbrauch zu ermitteln.


    Gibt es noch andere Anzeigen/Werte die man hier nutzen kann? Mir würde es schon reichen ungefähr zu wissen wieviel KWh pro Monat in das Fahrzeug gehen.

  • Eine simple Lösung wäre mit einem Energiekosten-Messgerät (ca 10 Euro).
    Ich nutze im Haushalt zB mehrere vom Typ PMB-2. Diese zeichnen sich durch hohe Auflösung (0,1W) und ordentliche Genauigkeit aus.


    Wenn du von "normaler" Steckdose sprichst, meinst du sicherlich 230V / 16A AC?


    Wenn ich Aufzeichnungsmöglichkeit brauche, nutze ich die Schaltsteckdosen meines Smart-Home-Systems mit Energieverbrauchsmessung (ca 50 Euro).
    Die Daten hole ich dann mit einem Script, welches auf einem RPi läuft von der Zentrale ab und werte diese dann aus.


    Gruß


    Mike

    "Wenn das die Lösung ist, dann hilft uns nicht einmal mehr Glück ...

    Wenn das die Lösung ist, dann will ich mein Problem zurück!" (Hagen Stoll)

  • Eine simple Lösung wäre mit einem Energiekosten-Messgerät (ca 10 Euro).

    Das wäre natürlich die einfachste Lösung. Etwas blöd ist, dass es sich um eine Tiefgarage handelt - aber es wird schon keiner klauen :)


    Zitat von run-mike

    Wenn du von "normaler" Steckdose sprichst, meinst du sicherlich 230V / 16A AC?

    Genau. Hängt also der Ladeziegel dran. So ein Messgerät ist natürlich deutlich akkurater als die Angabe vom Fahrzeug, andererseits ist die Leitung zur Steckdose 65 Meter (3x2,5mm) lang... da gehen sowieso schon mal 5% verloren. Keine Ahnung wie realistisch die Messung am Ende wird.

  • Ich habe leider keinen XE, deshalb kenne ich den Ladeziegel nicht.
    Wird aber auch nichts andres sein, als ein AC/DC-Wandler, der aus der Netzspannung die vom Bordnetz benötigte Ladespannung in DC bereitstellt.
    Der ist doch sicherlich auch nicht billig und ist während des Ladevorgangs unbeaufsichtigt (könnte also geklaut werden)?


    Keine Ahnung wie realistisch die Messung am Ende wird

    Wer übermittelt der App die benötigten Daten? Das Fahrzeug oder der Ladeziegel?
    - Im ersten Fall hättest du als Anzeige auch nur die Energie-Menge, die vom Fahrzeug aufgenommen wird.
    - Im zweiten Fall hättest du unter Umständen noch die vom Ladeziegel verbrauchte Energie mit bilanziert (Wirkungsgrad). Den selben Effekt hätte das an der Steckdose in der Tiefgarage installierte Energiekosten-Meßgerät!


    Wenn du die Leitungsverluste mit eingerechnet haben willst, dann installiere einfach einen digitalen Einphasen-Zähler mit Hutschiene im Sicherungskasten. Den klaut auch keiner ... ;)


    Die Leitungsverluste kannst du außerdem ganz einfach rechnerisch ermitteln.


    Gruß Mike

    "Wenn das die Lösung ist, dann hilft uns nicht einmal mehr Glück ...

    Wenn das die Lösung ist, dann will ich mein Problem zurück!" (Hagen Stoll)

  • Wenn du die Leitungsverluste mit eingerechnet haben willst, dann installiere einfach einen digitalen Einphasen-Zähler mit Hutschiene im Sicherungskasten

    So etwas zB:


    Fuse-Box Energy-Counter 3.jpg


    10 Euro beim Chinesen deiner Wahl.


    Und wenn dir jemand was von gefährlich und unzuverlässig erzählen will:
    Meine laufen seit 6,7 und 10 Jahren.



    Billige, saubere und diebstahlsichere Sache.


    Gruß


    Mike

    "Wenn das die Lösung ist, dann hilft uns nicht einmal mehr Glück ...

    Wenn das die Lösung ist, dann will ich mein Problem zurück!" (Hagen Stoll)


  • Der ist doch sicherlich auch nicht billig und ist während des Ladevorgangs unbeaufsichtigt (könnte also geklaut werden)?


    Wer übermittelt der App die benötigten Daten? Das Fahrzeug oder der Ladeziegel?

    Der Ladeziegel hängt ja am Fahrzeug und der Typ2 Stecker ist verriegelt bis man das Fahrzeug öffnet.


    Die App bekommt die Daten vom Fahrzeug, aber ob das Fahrzeug die Daten vom Ladegerät bekommt wüsste ich auch gern. Theoretisch hat das Kabel die nötige Schnittstelle dafür...

  • Servus zusammen,


    Ich hole das Thema nochmal raus. Hat jemand bereits gemessen wie genau die Verbrauchsanzeige der BMW App ist? Genau ist natürlich relativ da die App anscheinend keine Kommastellen kann, würde mich aber trotzdem interessieren.


    Mfg Andi

    Meine BMW History: E30 318i, 320i, E46 316ti, 325Ci Cabrio, E34 525i, E39 523i, F45 220i, 225xe und es werden bestimmt noch mehr... :thumbsup:

  • Moin,


    bei mir lag der tatsächliche Stromverbrauch (ermiitelt über 1000 Kilometer und im Winter) etwa 8% über dem in der App angezeigten.

    Ich messe mit einem geeichten Stromzähler unmittelbar (1 m) vor der Steckdose, an der ausschließlich das Auto geladen wird. Insofern kann ich Leitungsverluste ab Zähler vernachlässigen.


    Vom Hausanschluss bis zu diesem Zähler sollten rechnerisch noch etwa 1,5 % Leitungsverluste dazu kommen.


    MFG Rainer

    Käfer1200, Datsun200L, Datsun 2.4, Nissan Patrol 2.8, Opel RekordE, Opel Rekord C, Opel Kadett C, Ford Sierra, Nissan 300 ZXT, Citroen BX, Daewoo Nubira, Citroen C1, Opel Corsa C, MB S210, Hyundai H1, MB W201 2.6, MB S212, MB R170, BMW F45 225xe, MB R230

  • Hallo Rainer,


    Hab mir auch einen geeichten Stromzähler (Schwabe Mixo) bestellt, werde auch mal messen was bei mir rauskommt.


    Mfg Andreas

    Meine BMW History: E30 318i, 320i, E46 316ti, 325Ci Cabrio, E34 525i, E39 523i, F45 220i, 225xe und es werden bestimmt noch mehr... :thumbsup:

  • Gibts eigentlich Unterschiede bei den Leitungsverlusten in Abhängigkeit der Ladegeschwindigkeit.
    Also kann man die Leitungs-/Ladeverluste reduzieren in dem man mit geringerer Leistung ladet?

    Aktueller Fuhrpark:
    BMW 225xe, Lotus Elise, MV Agusta F4, MV Agusta TR

    "Qualität besteht, wenn der Preis längst vergessen ist." (Zitat: Sir Henry Royce)

  • Die Leitungswiderstände bilden mit dem Verbraucher (Fahrzeug) eine Reihenschaltung. Es fließt also der gleiche Strom durch beide "Widerstände".

    Nach der Formel P = I² x R kann die Verlustleistung berechnet werden. Lädst du nur mit halber Stromstärke, ergibt sich rechnerisch nur ein Viertel der Verlustleistung, bei doppelter Ladedauer wäre das theoretisch nur die halbe Anzahl an Wattstunden.

    Je weiter der Ladestrom an die maximale Strombelastbarkeit des Kabels reicht, kommt noch der Effekt der Erwärmung des Leiters hinzu. Damit steigt auch noch der Leitungswiderstand und somit die Verlustleistung.

    Die andere Einflußnahme wäre, den Leitungsquerschnitt zu erhöhen. Damit verringert sich der Widerstand. Sinnvoll, wenn man die vollen 3,7 kW Ladeleistung nutzen will.

    Die Formel spricht aber hier eine deutliche Sprache:

    Faktor Strom geht im Quadrat ins Ergebnis ein, der Widerstand nur linear.


    Gruß


    Mike

    "Wenn das die Lösung ist, dann hilft uns nicht einmal mehr Glück ...

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  • Ok, also wenn ich Dich richtig verstanden hab macht es Sinn beim Ladeziegel mit "geringer" Ladeleistung zu laden wenn man die Zeit hat.
    Ist das auch so bei einer Wallbox? Also wenn man z.B. mit 7KW läd anstatt mit dem Ladeziegel - mal abgesehen das die Zuleitung über einen größeren Querschnitt verfügen soll. Wobei ich hab nach meinem Zählerkasten im Haus für alle 230V Schuko-Kreise also auch 400V Kreise 2,5er verlegt.

    Aktueller Fuhrpark:
    BMW 225xe, Lotus Elise, MV Agusta F4, MV Agusta TR

    "Qualität besteht, wenn der Preis längst vergessen ist." (Zitat: Sir Henry Royce)

  • Ok, also wenn ich Dich richtig verstanden hab macht es Sinn beim Ladeziegel mit "geringer" Ladeleistung zu laden wenn man die Zeit hat

    Grundsätzlich ja. Man sollte meines Erachtens aber erst mal den absoluten Wert berechnen und dann beurteilen, ob der vielleicht akzeptabel ist.

    Beispiel:

    Querschnitt der Leitung: 2,5 mm².

    Länge des Kabels: 5m (also 10m "Widerstand").

    Ergibt bei herkömmlichem Kupfer einen Widerstand von 0,071 Ohm.

    Stromstärke : 10A.

    Damit eine Verlustleistung ( P= I² x R) von 7,1 Watt.

    Du lädst einphasig mit (P = U x I) 230V x 10A = 2300W = 2,3kW.

    Setze das mal ins Verhältnis und bilde eine persönliche Akzeptanzschwelle. Hier kommt wieder der beliebte Unterschied zwischen absolut und relativ ins Spiel:

    Absolut:

    Multipliziere mal die akkumulierte Ladezeit pro Jahr mit den 7,1 Watt, dann erhältst du das, was du an Energiebezug bezahlen musst, obwohl es nur die Umwelt erwärmt hat.

    Relativ:

    Teile die 7,1 Watt durch die 2,3kW, dann erhältst du einen Verlustfaktor von 0,31% in diesem Beispiel.

    Wie man das einordnet, kommt auf den Betrachtungsstandpunkt an ... ;)


    Ist das auch so bei einer Wallbox?


    Letztendlich ist das überall dort so, wo in der Elektrik / Elektronik Strom durch einen Leiter mit ohmschen Widerstand / Verhalten fließt.

    Größerer Leitungsquerschnitt = besser, aber auch teurer, schwerer, voluminöser.


    2,5mm² sollte man nicht höher als 20A belasten, mit den abgesicherten 16A in der Haus-Elektrik bist du unter normalen Umständen weit im sicheren Bereich.

    Würde ich mir momentan eine Wallbox selber bauen, hätte diese auf alle Fälle eine 6mm² Verkabelung. Der Trend wird meines Erachtens ziemlich flott Richtung 22kW Ladeleistung gehen. Da können wir mit dem beschränkten AC-Netz von 230V nur mit 32A hinkommen.

    Deshalb wird meine Philosophie auch Richtung DC-only gehen.


    Hoffe, behilflich gewesen zu sein!


    Gruß


    Mike

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  • Also wenn man z.B. mit 7KW läd anstatt mit dem Ladeziegel

    Das Rechenbeispiel in #13 bezog sich auf einphasiges Laden. Bei dreiphasigem Laden nimmst du die Leitungslänge mal 3 plus den höheren Querschnitt des N-Leiters. Also grob über den Daumen Leitungslänge mal 4 zur Berechnung des Widerstands.

    Die 7kW aus deinem Beispiel riechen so nach einphasigem Laden mit 32A.

    Nach Studium des Hochvoltsystems des 225xe kam ich aber zu dem Schluss, dass die KLE (Komfort-Lade-Elektronik) maximal 3,7 kW zulässt.


    Edit:

    Hab nochmal nachgeschaut. Die KLE hat eine maximale Ausgangsleistung von 3,7kW.

    Die maximale Eingangsleistung ist in der FUB gar nicht aufgeführt.


    Doppel-Edit:

    In der FUB Hochvolt-Ladeanschluss sind die maximale Ladeleistung von 3,7kW spezifiziert.


    Mike

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